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Geschichte der Socken

Die Geschichte der Socken ­čžŽ

Stricken kommt vom Fischen

In Europa wird die Entstehung des Strickens mit dem Kn├╝pfen des Fischernetzes begr├╝ndet. Der Fund einer gestrickten Wollhaube aus einem Moorgrab bei Borum wurde auf das 11. vorchristliche Jahrhundert datiert.

Die allerersten Stricktechniken entwickelten vermutlich die Asier. Bei Ausgrabungen fanden sich Strickarbeiten die noch fr├╝her datiert wurden: gestreifte Str├╝mpfe und Socken bei denen zwischen der gro├čen und der 2. Zehe ein Zwischenraum gelassen wurden (vermutlich f├╝r die Riemen der Sandalen).

Die ersten Stricknadeln

Die ersten Stricknadeln waren mit gro├čer Sicherheit aus Knochen gefertigt. Vermutlich wurden zuerst relativ grobe Wollsachen gestrickt, zu Socken und Str├╝mpfen kam es erst sp├Ąter, diese wurden zu dieser Zeit aus Stoff geschnitten und dann vern├Ąht.

Die ersten Strickmaschinen

Durch die aufwendige und damit zeitintensive Herstellung von handgestrickten Socken waren gen├Ąhte Str├╝mpfe lange Zeit die gebr├Ąuchlichsten. Das ├Ąnderte sich erst mit der Erfindung der 1. Strickmaschine ca. im 16. Jahrhundert. Der englische Student William Lee aus Nottingham versuchte die Strumpfstrickerei 1589 zu mechanisieren. Er erfand den ersten sog. Strumpfwirkstuhl: ein Stuhl der mit einem Sitzbrett f├╝r den sog. Wirker versehen war. Sein erster Wirkstuhl konnte in der Minute 600 Maschen bilden – ein ge├╝bter Handstricker in dieser Zeit im Gegensatz dazu „nur“ etwa 100 Maschen. Lee durfte seine Maschine nicht patentieren, denn K├Ânigin Elisabeth I. fand die Qualit├Ąt der Socken zu grob, da sie nicht mit den handgestrickten feinen Seidenstr├╝mpfen konkurrieren konnte. Es wird jedoch vermutet, da├č das nur eine Ausrede war, denn zu dieser Zeit waren hunderte Handstricker besch├Ąftigt und eine drohende Arbeitslosigkeit k├Ânnte der wahre Grund f├╝r das Verbot des Patents sein.

Der flei├čige Student arbeitete jedoch weiter an seiner Maschine und konnte 1609 in London eine verbesserte Maschine pr├Ąsentieren, die bereits 1.500 Maschen pro Minute stricken konnte. Doch sein Patentantrag wurde wieder abgewiesen. Lee ging dann nach Frankreich mit 8 Maschinen und 6 englischen Strickern zu K├Ânig Heinrich dem IV. – er wollte den Franzosen die Strumpfherstellung beibringen.

Nach seinem Tod holte sein Bruder James Lee 7 der Wirkst├╝hle nach England zur├╝ck, wo er sie ├╝berarbeitete und eine doppelt so hohe Feinheit hinbekam. Auch die bisher notwendigen 2 Arbeiter pro Maschine konnte er durch technische Ver├Ąnderungen auf 1 Arbeiter pro Maschine reduzieren.

Bereits 1695 gab es in London etwa 1.500 Wirkst├╝hle, zahlreiche waren nach Frankreich, Italien und Spanien exportiert worden (trotz eines Exportverbots von K├Ânig Charles II.).

Industriespionage in der Strumpffabrik

Durch weitere maschinelle Verbesserungen wurden die Socken und Str├╝mpfe aus den Maschinen so gut, da├č sie in ganz Europa begehrt wurden. Die neue Beliebtheit f├╝hrte nat├╝rlich zu enormer Nachfrage und so kam der 1. Industriespion: Jean Hindret aus Frankreich. Er gelangte 1656 an Konstruktionszeichnungen und brachte die Pl├Ąne nach Frankreich. Er er├Âffnete 1667 die erste K├Ânigliche Seidenstrumpfmanufaktur in der N├Ąhe von Paris und von dort aus verbreiteten sich die Strumffabriken in ganz Frankreich.

Strumpfstrickmaschinen kommen nach Deutschland

James Lee (der Bruder des Erfinders) hatte damals 7 der 8 in Frankreich stehenden Wirkst├╝hle zur├╝ck nach England geholt, der 8. Wirkstuhl kam mit seinem Arbeiter nach Venedig und wurde dort nachgebaut. Von dort aus verbreiteten sich die Maschinen in ganz Europa und um 1700 stand ein solcher Handwirkstuhl in Dresden.

Johann Esche, dessen Vater in der N├Ąhe von Chemnistz eine Schwarzf├Ąrberei hatte, bekam den Wirkstuhl bei einem Strumpf-Einkauf zu sehen, studierte ihn und baute ihn aus Holz nach. Er gr├╝ndete eine eigene Strumpfmanufaktur und sorgte so f├╝r den Grundstein der erzgebirgischen Strumpfindustrie (wo auch die Gr├╝nder von LINDNER Socken – Max und Meta Lindner – herkommen).

Die Strumpfstrickerei war fr├╝her oft ein Nebengewerbe, da├č als Heimarbeit neben der Landwirtschaft ausge├╝bt wurde: der Vater wirkte an der Maschine, die Kinder sorgten f├╝r die Garnherstellung und die Mutter n├Ąhte die Str├╝mpfe zusammen.

Mit der Zeit verdr├Ąngten die maschinell gestrickten Str├╝mpfe die gen├Ąhten und handgestrickten Str├╝mpfe vom Markt.

Im Jahr 1785 wird in Chemnitz ein Strumpfwirker Linder erw├Ąhnt, der eine Vorrichtung zur Herstellung gerippter Str├╝mpfe erfunden hat. (Wir gehen davon aus, da├č es sich hierbei um Vorfahren von uns handelt.)

Einen gro├čen Schritt vorw├Ąrts machte die Strumpfindustrie 1862, als Ronneberger und Roschen aus Sachsen ein Patent auf einen Handwirkstuhl bekamen, der Zwei-und-Zwei-Rechts-Rechts-Socken – also breitere Rippen – herstellen konnte. Jedoch konnten bisher nur gleich breite St├╝cke hergestellt werden, die zusammengen├Ąht werden mussten.

Strumpfstrickmaschinen

Eine Reihe von Erfindern half zum Erfolg der Strumpfstrickmaschinen:

  • 1769 erfand Samuel Wise den flachen Drehkulierstuhl (Untergestell mit Triebwelle)
  • 1843 erfanden Egbert Egberts und Timothy Baley aus New York einen durch ein Wasserrad betriebenen Wirkstuhl der es auf 32 Maschenreihen pro Minute brachte
  • 1836 erfand J.A. Delarothiere in Frankreich eine automatische Mindereinrichtung, die die Herstellung von 2 Str├╝mpfen gleichzeitig erlaubte
  • 1837 erfand Coltmann in England einen Drehwirkstuhl der mit Dampfkraft betrieben wurde
  • 1838 wurde von Luke Barton in England ein Wirkstuhl patentiert, der mit Wasser- oder Dampfkraft arbeiten konnte, eine automatische Mindervorrichtung sowie mehrere Arbeitsstellen nebeneinander hatte – es war die erste Maschine die f├╝r einen Fabrik-Betrieb geeignet war
  • 1839 bekamen Bauer und Jahn aus Sachsen ein Patent auf einen mechanischen Flachwirkstuhl, der in einem Arbeitsschritt bereits 5 Strumpfl├Ąngen herstellen konnte und f├╝r die industrielle Strumpfherstellung geeignet war
  • 1856 kam mit dem Wirkstuhl des Franzosen A. Simon eine Maschine auf den Markt die mit 4 Arbeitsk├Âpfen versehen war und gleichzeitig 4 Str├╝mpfe herstellen konnte; die Maschine wurde auf der Industrie-Ausstellung in Troyes pr├Ąsentiert
  • 1857 machte es sich Arthur Paget in England zur Aufgabe, einen selbstt├Ątigen Wirkstuhl zu bauen, f├╝r die damals um ihre Existenz f├╝rchtenden Wirker und Heimarbeiter; der Paget-Stuhl konnte mit Hilfe einer Kurbel bedient werden (die anderen Handwirkst├╝hle mu├čten mit H├Ąnden und F├╝├čen bedient werden) und konnte zwar nur 1 Strumpf herstellen, daf├╝r allerdings wesentlich schneller
  • 1868 verbesserte Linard Hubert aus Frankreich den Paget-Stuhl und nun konnte der Fu├čteil automatisch hergestellt werden (die naht verlief auf der Mitte der Fu├čsohle, soda├č sie sich der r├╝ckseitigen L├Ąngennaht des Strumpfes anschlo├č); diese Strumpfart findet man bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts
  • 1860 bis 1864 konstruierte William Cotton in England nach dem Grundprinzip des Wirkstuhls von Lee die Cottonmaschine und erhielt darauf ein Patent; im Gegensatz zur Maschine von Paget konnten darauf zun├Ąchst 8, dann 12 und sp├Ąter bis zu 36 Strumpfl├Ąngen hergestellt werden – die Massenproduktion war geboren!

Die Cottonmaschinen wurden fortan laufend verbessert und wurden weltweit verkauft. 1900 f├╝hrte die Jacquardeinrichtung zu ungeahnten neuen Musterm├Âglichkeiten, denn jede Nadel konnte unabh├Ąngig von der anderen zur Arbeitsstellung ausgew├Ąhlt werden. Diese neuen M├Âglichkeiten der Herstellung von aufw├Ąndigen Str├╝mpfen f├╝hrten zu den Jacquard- und Petinetmustern die wir auch heute noch kennen (Jacquard-Socken) und waren nach der schlichten fr├╝heren Mode sehr schnell ├Ąu├čerst beliebt.

1925 wurde von der Firma Hilscher in Chemnitz die sog. Flach-R├Ąnder-Maschine f├╝r gerippte Strumpfwaren erfunden. Bei dieser Strickart wechselt eine rechte Masche mit einer linken Masche ab. Beide Strumpfseiten sind somit gleich und die Socken haben eine gro├če Elastizit├Ąt in der Dehnung.

Anfang der 1950er Jahre wurden die ersten vollautomatischen Rundstrickmaschinen zur Herstellung von nahtlosen Feinstr├╝mpfen in Betrieb genommen. Die neuen Rundstrickmaschinen verdr├Ąngten fast alle Cottonmaschinen bis Ende der 1950er Jahre, denn damit konnte der Arbeitsprozess vereinfacht und die Produktion vergr├Â├čert werden.

Heute gibt es viele verschiedene Hersteller von Strumpfstrickmaschinen, jedoch kann es keine Maschine ohne einen gelernten Arbeiter und ohne Garn.


MAX LINDNER Strumpffabrik und die Geschichte der Socken

Die Geschichte der Socken ist eng mit der Familie Lindner verkn├╝pft. Lesen Sie im Interview, wie unsere Strumpffabrik nach Ungarn kam und warum wir heute Hanfsocken produzieren:

Hanfsocken der Max Lindner Strumpffabrik

Beitrag: Industriehanf in Ungarn


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