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Industriehanf aus Ungarn

Bernhard Lindner wurde vom ungarischen Handelsblatt hvg.hu im November 2018 interviewt. Hier der Beitrag mit Bildern auf Deutsch.

Link zum Original-Beitrag von hvg.hu auf ungarisch: https://hvg.hu/kkv/20181123_Egy_Nagykatara_szakadt_nemet_aki_ujra_kendernagyhatalomma_tenne_Magyarorszagot


Ein Deutscher, der in Nagykáta (Ungarn) gestrandet ist, der Ungarn wieder zu einem mächtigen Industriehanf Land machen würde

Bernhard Lindner im Interview bei hgv.hu

Einst ein bedeutender Wirtschaftszweig, jedoch sprechen wir heute von einer völlig verschwundenen Industrie in Ungarn. Da Hanf als Rohstoff, weltweit immer beliebter wird, besteht eine große Nachfrage nach Industriehanf. Ein Unternehmer aus Nagykáta versucht davon zu profitieren – mit Socken aus Hanf.

Socken und Strümpfe – Die deutsche Familie Lindner produziert diese seit 1730 ununterbrochen. Als Bernhard Lindner, der zur zehnten Generation seiner Familie gehört, im Alter von 18 Jahren während des Regimewechsels nach Ungarn kam, gab es keine Frage, warum er dies tat. “ Mit den deutschen Löhnen konnten wir nicht mehr wirtschaftlich produzieren, bei der Wahl zwischen den ehemaligen Ostblockländern fiel die Wahl auf Ungarn“, sagt er.

Bernhard Lindner, Geschäftsführer der Max Lindner Strumpffabrik in Ungarn

Seine GmbH, die Max-Lindner Kft wurde 1996 gegründet. Seit 1999 produziert das Unternehmen in Nagykáta Socken und Strümpfe. Die ungarische Textilindustrie begann Anfang der 2000er Jahre abzubauen, in 2003-2004 gab es noch mehrere einheimische Sockenhersteller, aber nur Lindner hatte Strumpfhosen im Land. Sie beschäftigten 30 Mitarbeiter, machten 1 Million Paar Strümpfe pro Jahr und 80 Prozent ihres Umsatzes stammten aus Inlandsverkäufen.

Das Niedergehen der ungarischen Textilindustrie wurde durch den EU-Beitritt Ungarns und den damit freien Güterfluss im Jahr 2004 ausgelöst. Schließlich beendete das Unternehmen 2008 sein „normales“ Textilgeschäft und Bernhard suchte nach Alternativen. So kam er zum Hanf. „Ich wollte in Ungarn bleiben und war auf der Suche nach einem Hungarikum. Ich dachte mir, es muss doch mehr als nur Gulasch und Paprika geben“, sagt Bernhard.

Hanfsocken der Max Lindner Strumpffabrik

Er begann im Internet zu suchen, wo Hanf in Ungarn eine bedeutende Industrie zu sein schien. Aber als er nach Partnern suchte, musste er schnell zu dem Schluss kommen, dass nur einer – die HungaroHemp in Nagylak- auf den Beinen blieb. „Ich fing an, sie beharrlich anzurufen. Nach einem halben Jahr nahm jemand endlich den Hörer ab und wir schafften es, einen Termin zu vereinbaren. Zur Adresse bekam ich nur als Angabe, am Fuss des hohen Schornsteins.“

Bernhard hatte keine Ahnung von Hanf: „Ich wusste, dass wir die Schäben verheizen könnten, und so dachte ich, es reicht ein Brikett daraus herzustellen. Aber dann war ich mit der Tatsache konfrontiert, dass sich das Unternehmen in Konkurs befand. Weder ein Produkt noch ein Mitarbeiter. Jedoch habe ich Profis getroffen, die mir die Tür zur Hanfbranche geöffnet, und damit viel geholfen haben. Außerdem haben wir viel über Textilien gesprochen, und dass Hanf der neue perfekte Textil-Rohstoff sei, da er antibakteriell wirkt und die Feuchtigkeit besser aufnehmen kann als Baumwolle.

Ungarn als Hanfgrossmacht

In den 1950er und 1960er Jahren war Ungarn eine Hanfgrossmacht: Fabriken, Webereien und Spinnereien verarbeiteten die auf mehreren tausenden Hektar angebaute Pflanze. Die von den ungarischen Züchtern patentierten Hanf-Sorten waren weltweit führend.

Nachdem Bernhard die alten Standorte und Fachleute konsultiert hat, wurden 2010 20 Hektar bestellt. In Ungarn gab es ausserdem nur insgesamt 3 Hektar Hanfanbau. Bernhard stieg am tiefsten Tiefpunkt ein, als andere gerade aus der Industrie flüchteten.

„Der Hanf wuchs riesig, und wir hatten nicht die nötige Erfahrung, so dass sogar der Mähdrescher brannte während der Ernte. Hanf ist so stabil, dass er alles ruiniert. Ungarische Hanfverarbeitung basierte auf 200-300 Jahre Technologien. Zu dieser Zeit gab es mehr Hanf allein in Ungarn als heutzutage in ganz Europa „, sagt er.

Bernhard Lindner an der Strumpfstrickmaschine

Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief die Anlage an. Seit 2011-2012 arbeiten sie mit einem der weltweit führenden Hanftextilunternehmen, der deutschen HempAge AG, zusammen, als Exklusivlieferant der Marke für Socken, die in 24 Ländern (hauptsächlich deutsche, französische, schweizerische und österreichische Märkte), bei über 500 Händlern ihre Produkte anbieten.
Das Produkt ist sehr beliebt: Die Produktion wächst um 100 Prozent pro Jahr, jetzt sind es etwa 30.000 Paar Socken pro Jahr, die Kapazität kann jedoch erweitert werden. Dies kann erforderlich sein, da die Leute Schlange stehen , um die Socken aus Hanf zu kaufen.

Hanf: sowohl Stiefkind als auch Joker-Joker

Einer der großen Vorteile von Hanf besteht darin, dass er zu fast 100 Prozent verwertbar ist: Die, aus der Rinde gewonnenen Fasern können in der Textil- und Bekleidungsindustrie verwendet werden, aus den Samen wird Öl gepresst, aber auch Futtermittel werden neben Medikamenten, Kosmetika und Baumaterialien daraus gewonnen.

Was die Textilindustrie angeht, so gibt es neben seiner Natürlichkeit noch einen großen Vorteil von Hanf. Während für die Baumwoll-Produktion viel Wasser und Pflanzenschutzmittel verwendet werden, wird für die Hanfproduktion nur ein Bruchteil der Menge an Wasser benötigt, und es werden keine Chemikalien verwendet. Ein anderer, als nachhaltiges Material bekannter Rohstoff, der Bambus hingegen, ist weder einfach noch transparent: Obwohl er schnell wächst, sind aufgrund der Struktur der Pflanze und der Festigkeit der Fasern viel mehr Chemikalien erforderlich, um eine gute Weichheit des Garns und der Faser für die Herstellung von Bekleidungsprodukten zu erzeugen.

Socken Näherei

Neben der umweltfreundlichen Produktion hat Hanf den Vorteil, dass es einer der stärksten Rohstoffe ist, und sich leicht mit anderen Fasern mischen lässt. Im Winter hält er warm , im Sommer kühlt er denjenigen, der ein Kleidungsstück aus Hanf trägt. Es hat eine natürliche antibakterielle Wirkung und ist auch gegen die immer stärker werdende UV-Strahlen beständig. Und zudem ist es auch nicht nebensächlich, dass der Hanf in Ungarn problemlos wächst.

„Die Flächen, die für die Baumwollproduktion geeignet sind, sind beinahe komplett ausgelastet, es ist einfach nicht möglich, weder die Fläche noch den Flächenertrag zu steigern. Die Weltbevölkerung wächst und alle brauchen Kleidung. Die Baumwollindustrie wird dies nicht leisten können. Wir brauchen einfach Alternativen“, sagt Bernhard.

Hindernisse

Was ist das Problem mit Hanf? „Er ist einfach aus der globalen Zirkulation ausgeblieben. Auch aus dem Handelssystem ist er verschwunden, und er ist nicht an der Börse notiert.“ Mit Hanf zu arbeiten gestaltet sich extrem schwierig,sogar die Kommunikation ist durch das dem Hanf anhängenden Images nicht immer leicht. Im öffentlichen Bewusstsein wird Industriehanf oft mit Marihuana gleich gestellt, ein Problem mit dem das Unternehmen täglich gegenübersteht. Darüber hinaus kommt noch erschwerend hinzu, dass in den letzten 100 Jahren keine technischen Entwicklungen für die Ernte und Verarbeitung von Hanf betrieben wurden.

Strumpffabrik

China liefert derzeit mehr als 50 Prozent des Rohmaterials, das weltweit für die Bekleidung von Hanf verwendet wird. Ursprünglich wurde Hanf gepflanzt, um die aus den USA importierte Baumwolle zu ersetzen. In China haben sie immer den wahren Wert von Hanf gekannt. Weltweit bekannte Marken produzieren teilweise speziell für diesen Markt exklusive Kollektionen. Für die aus Hanf gefertigten Teile zahlen die Chinesen den doppelten bis dreifachen Preis. Es geht sogar weiter, in einem Vortrag eines chinesischen Heilers wurde gesagt, dass die bevorstehende Klimaveränderung, wenn die UV-Strahlung so stark ist, nur diejenigen überleben werden, die Hanfkleider tragen.“, sagt Katalin Galbács, Bernhards Partnerin, die ebenfalls im Unternehmen arbeitet.

Auch die Qualität des chinesischen Rohstoffs verschlechterte sich ebenfalls dramatisch. In jüngster Zeit hat sich ein technologischer Wandel vollzogen: Sie behandeln die Hanffasern mit Chemikalien anstelle der traditionellen Wasserröste, mit der Verschmutzung kommen die Kläranlagen nicht mehr klar. Deshalb wurden die Mengen die täglich ausgestossen werden dürfen extrem begrenzt – dies kann sich zum Vorteil für Europa und Ungarn erweisen, sagt Bernhard.

„In Deutschland kaufen derzeit kanadische Investoren Hunderte und Tausende Hektar Ackerflächen auf und bestellen diese mit Hanf. Es wäre schön, wenn Ungarn sich nicht aus dem Spiel heraushalten würde“, sagt er. „Wir sollten an der Weltspitze sein, jedoch wird die heimische Hanfbranche durch die mangelnde Kooperation erheblich behindert. Abnehmer stehen in Schlange, Italiener, Belgier, Deutschen, wir könnten Hunderte von Tonnen Hanf verkaufen, jedoch haben wir nur ein paar Tonnen. „Ungarischer Hanf ist auch garantiert bio.“

Bio-Hanfsocken

Heutzutage beschäftigen sich nur wenige Leute mit Hanf, Produkte werden kaum hergestellt, hauptsächlich Papier und Schäben, dabei könnte das Material Gold wert sein . Ein regionales Programm wurde im Bezirk Csongrád im Jahr 2014 gestartet, und das Nationale-strageschiches Forschungsinstitut verfügt über ein Programm zur Wiedereinführung von Industriehanf.
Seit dem Jahr 2015 gibt es zudem ein Projekt im Komitat Bekes, das Bernhard seit 2016 koordinert: Ziel des Programmes ist die Wiedereinführung des Hanf. Dieses Projekt ist für die Produktion eines großen Teils des in Ungarn erzeugten Saatgutes verantwortlich.

Die Zukunft von Hanf

„Die Kosten für die Hanffaser könnten innerhalb von 5 Jahren mit der Baumwolle konkurrenzfähig sein. Derzeit kostet sie doppelt so viel wie BioBaumwolle, aber ich denke, sie werden sinken“, sagt Bernhard. Es sieht so aus, dass die Nachfrage nach Hanfprodukten viel größer ist, als das derzeit auf dem Markt erhältliche Angebot. Der Lagerbestand an Socken von HempAge ist konstant Null, während die Marke kein Geld für Marketing ausgibt.

Bernhard Lindner und Partnerin Kati

Bernhard sieht in der Branche innerhalb von 2-3 Jahren große technologische Fortschritte. Ber der Max-Lindner Kft. Stehen die unbenützuten Rundstrickmaschinen bereit für ihren Einsatz. Neben einer eigenen Hanfplantage und der Sockenfabrik sind auch eine eigene Spinnerei und Färberei geplant. Ziel des Unternehmens ist es, den gesamten Prozess vom Rohstoff am Feld bis zum fertigen Endprodukt zu realisieren, damit alle Parameter des fertigen Produkts angepasst werden können und der Herstellungsprozess vollständig transparent gestaltbar ist.


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Geschichte der Socken

Die Geschichte der Socken 🧦

Stricken kommt vom Fischen

In Europa wird die Entstehung des Strickens mit dem Knüpfen des Fischernetzes begründet. Der Fund einer gestrickten Wollhaube aus einem Moorgrab bei Borum wurde auf das 11. vorchristliche Jahrhundert datiert.

Die allerersten Stricktechniken entwickelten vermutlich die Asier. Bei Ausgrabungen fanden sich Strickarbeiten die noch früher datiert wurden: gestreifte Strümpfe und Socken bei denen zwischen der großen und der 2. Zehe ein Zwischenraum gelassen wurden (vermutlich für die Riemen der Sandalen).

Die ersten Stricknadeln

Die ersten Stricknadeln waren mit großer Sicherheit aus Knochen gefertigt. Vermutlich wurden zuerst relativ grobe Wollsachen gestrickt, zu Socken und Strümpfen kam es erst später, diese wurden zu dieser Zeit aus Stoff geschnitten und dann vernäht.

Die ersten Strickmaschinen

Durch die aufwendige und damit zeitintensive Herstellung von handgestrickten Socken waren genähte Strümpfe lange Zeit die gebräuchlichsten. Das änderte sich erst mit der Erfindung der 1. Strickmaschine ca. im 16. Jahrhundert. Der englische Student William Lee aus Nottingham versuchte die Strumpfstrickerei 1589 zu mechanisieren. Er erfand den ersten sog. Strumpfwirkstuhl: ein Stuhl der mit einem Sitzbrett für den sog. Wirker versehen war. Sein erster Wirkstuhl konnte in der Minute 600 Maschen bilden – ein geübter Handstricker in dieser Zeit im Gegensatz dazu „nur“ etwa 100 Maschen. Lee durfte seine Maschine nicht patentieren, denn Königin Elisabeth I. fand die Qualität der Socken zu grob, da sie nicht mit den handgestrickten feinen Seidenstrümpfen konkurrieren konnte. Es wird jedoch vermutet, daß das nur eine Ausrede war, denn zu dieser Zeit waren hunderte Handstricker beschäftigt und eine drohende Arbeitslosigkeit könnte der wahre Grund für das Verbot des Patents sein.

Der fleißige Student arbeitete jedoch weiter an seiner Maschine und konnte 1609 in London eine verbesserte Maschine präsentieren, die bereits 1.500 Maschen pro Minute stricken konnte. Doch sein Patentantrag wurde wieder abgewiesen. Lee ging dann nach Frankreich mit 8 Maschinen und 6 englischen Strickern zu König Heinrich dem IV. – er wollte den Franzosen die Strumpfherstellung beibringen.

Nach seinem Tod holte sein Bruder James Lee 7 der Wirkstühle nach England zurück, wo er sie überarbeitete und eine doppelt so hohe Feinheit hinbekam. Auch die bisher notwendigen 2 Arbeiter pro Maschine konnte er durch technische Veränderungen auf 1 Arbeiter pro Maschine reduzieren.

Bereits 1695 gab es in London etwa 1.500 Wirkstühle, zahlreiche waren nach Frankreich, Italien und Spanien exportiert worden (trotz eines Exportverbots von König Charles II.).

Industriespionage in der Strumpffabrik

Durch weitere maschinelle Verbesserungen wurden die Socken und Strümpfe aus den Maschinen so gut, daß sie in ganz Europa begehrt wurden. Die neue Beliebtheit führte natürlich zu enormer Nachfrage und so kam der 1. Industriespion: Jean Hindret aus Frankreich. Er gelangte 1656 an Konstruktionszeichnungen und brachte die Pläne nach Frankreich. Er eröffnete 1667 die erste Königliche Seidenstrumpfmanufaktur in der Nähe von Paris und von dort aus verbreiteten sich die Strumffabriken in ganz Frankreich.

Strumpfstrickmaschinen kommen nach Deutschland

James Lee (der Bruder des Erfinders) hatte damals 7 der 8 in Frankreich stehenden Wirkstühle zurück nach England geholt, der 8. Wirkstuhl kam mit seinem Arbeiter nach Venedig und wurde dort nachgebaut. Von dort aus verbreiteten sich die Maschinen in ganz Europa und um 1700 stand ein solcher Handwirkstuhl in Dresden.

Johann Esche, dessen Vater in der Nähe von Chemnistz eine Schwarzfärberei hatte, bekam den Wirkstuhl bei einem Strumpf-Einkauf zu sehen, studierte ihn und baute ihn aus Holz nach. Er gründete eine eigene Strumpfmanufaktur und sorgte so für den Grundstein der erzgebirgischen Strumpfindustrie (wo auch die Gründer von LINDNER Socken – Max und Meta Lindner – herkommen).

Die Strumpfstrickerei war früher oft ein Nebengewerbe, daß als Heimarbeit neben der Landwirtschaft ausgeübt wurde: der Vater wirkte an der Maschine, die Kinder sorgten für die Garnherstellung und die Mutter nähte die Strümpfe zusammen.

Mit der Zeit verdrängten die maschinell gestrickten Strümpfe die genähten und handgestrickten Strümpfe vom Markt.

Im Jahr 1785 wird in Chemnitz ein Strumpfwirker Linder erwähnt, der eine Vorrichtung zur Herstellung gerippter Strümpfe erfunden hat. (Wir gehen davon aus, daß es sich hierbei um Vorfahren von uns handelt.)

Einen großen Schritt vorwärts machte die Strumpfindustrie 1862, als Ronneberger und Roschen aus Sachsen ein Patent auf einen Handwirkstuhl bekamen, der Zwei-und-Zwei-Rechts-Rechts-Socken – also breitere Rippen – herstellen konnte. Jedoch konnten bisher nur gleich breite Stücke hergestellt werden, die zusammengenäht werden mussten.

Strumpfstrickmaschinen

Eine Reihe von Erfindern half zum Erfolg der Strumpfstrickmaschinen:

  • 1769 erfand Samuel Wise den flachen Drehkulierstuhl (Untergestell mit Triebwelle)
  • 1843 erfanden Egbert Egberts und Timothy Baley aus New York einen durch ein Wasserrad betriebenen Wirkstuhl der es auf 32 Maschenreihen pro Minute brachte
  • 1836 erfand J.A. Delarothiere in Frankreich eine automatische Mindereinrichtung, die die Herstellung von 2 Strümpfen gleichzeitig erlaubte
  • 1837 erfand Coltmann in England einen Drehwirkstuhl der mit Dampfkraft betrieben wurde
  • 1838 wurde von Luke Barton in England ein Wirkstuhl patentiert, der mit Wasser- oder Dampfkraft arbeiten konnte, eine automatische Mindervorrichtung sowie mehrere Arbeitsstellen nebeneinander hatte – es war die erste Maschine die für einen Fabrik-Betrieb geeignet war
  • 1839 bekamen Bauer und Jahn aus Sachsen ein Patent auf einen mechanischen Flachwirkstuhl, der in einem Arbeitsschritt bereits 5 Strumpflängen herstellen konnte und für die industrielle Strumpfherstellung geeignet war
  • 1856 kam mit dem Wirkstuhl des Franzosen A. Simon eine Maschine auf den Markt die mit 4 Arbeitsköpfen versehen war und gleichzeitig 4 Strümpfe herstellen konnte; die Maschine wurde auf der Industrie-Ausstellung in Troyes präsentiert
  • 1857 machte es sich Arthur Paget in England zur Aufgabe, einen selbsttätigen Wirkstuhl zu bauen, für die damals um ihre Existenz fürchtenden Wirker und Heimarbeiter; der Paget-Stuhl konnte mit Hilfe einer Kurbel bedient werden (die anderen Handwirkstühle mußten mit Händen und Füßen bedient werden) und konnte zwar nur 1 Strumpf herstellen, dafür allerdings wesentlich schneller
  • 1868 verbesserte Linard Hubert aus Frankreich den Paget-Stuhl und nun konnte der Fußteil automatisch hergestellt werden (die naht verlief auf der Mitte der Fußsohle, sodaß sie sich der rückseitigen Längennaht des Strumpfes anschloß); diese Strumpfart findet man bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts
  • 1860 bis 1864 konstruierte William Cotton in England nach dem Grundprinzip des Wirkstuhls von Lee die Cottonmaschine und erhielt darauf ein Patent; im Gegensatz zur Maschine von Paget konnten darauf zunächst 8, dann 12 und später bis zu 36 Strumpflängen hergestellt werden – die Massenproduktion war geboren!

Die Cottonmaschinen wurden fortan laufend verbessert und wurden weltweit verkauft. 1900 führte die Jacquardeinrichtung zu ungeahnten neuen Mustermöglichkeiten, denn jede Nadel konnte unabhängig von der anderen zur Arbeitsstellung ausgewählt werden. Diese neuen Möglichkeiten der Herstellung von aufwändigen Strümpfen führten zu den Jacquard- und Petinetmustern die wir auch heute noch kennen (Jacquard-Socken) und waren nach der schlichten früheren Mode sehr schnell äußerst beliebt.

1925 wurde von der Firma Hilscher in Chemnitz die sog. Flach-Ränder-Maschine für gerippte Strumpfwaren erfunden. Bei dieser Strickart wechselt eine rechte Masche mit einer linken Masche ab. Beide Strumpfseiten sind somit gleich und die Socken haben eine große Elastizität in der Dehnung.

Anfang der 1950er Jahre wurden die ersten vollautomatischen Rundstrickmaschinen zur Herstellung von nahtlosen Feinstrümpfen in Betrieb genommen. Die neuen Rundstrickmaschinen verdrängten fast alle Cottonmaschinen bis Ende der 1950er Jahre, denn damit konnte der Arbeitsprozess vereinfacht und die Produktion vergrößert werden.

Heute gibt es viele verschiedene Hersteller von Strumpfstrickmaschinen, jedoch kann es keine Maschine ohne einen gelernten Arbeiter und ohne Garn.


MAX LINDNER Strumpffabrik und die Geschichte der Socken

Die Geschichte der Socken ist eng mit der Familie Lindner verknüpft. Lesen Sie im Interview, wie unsere Strumpffabrik nach Ungarn kam und warum wir heute Hanfsocken produzieren:

Hanfsocken der Max Lindner Strumpffabrik

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